Honsiks Kommentar der Woche (KW 11, 2017)

Strache für EU-Armee
mit Atomwaffen

„Das ist mehr als ein Verbrechen, das ist ein Fehler!“ Diese Worte werden Napoleons Polizei­mi­nister Fouché zugeschrieben. Und in der Tat ist es gleichgültig, ob politischer Schaden aus Dumm­heit oder Verrat erwächst. Und da sind wir auch schon bei Strache.
Als einen Kritiker an der EU schickte Strache seinerzeit seinen Kandidaten in den Präsidentschafts­wahl­kampf. Zur Wahlwiederholung aber sandte er ihn als weich gespülten Europafreund ins Ren­nen! Dadurch verlor dieser eine Viertelmillion Stimmen. Strache hatte also aus dem „Brexit“ nichts gelernt.
Als Donald J. Trump die US-Wahl gewann, reiste Strache mit Gefolge in die USA, stieg im Trump-Tower ab in der vergeblichen Hoffnung, den Bewunderten zu sehen. Aber er begriff nichts. Begriff nicht, daß die Völker „die Schnauze voll“ haben, daß sie eine Umkehr wollen und nicht die Wieder­ge­burt einer Mißgeburt, also einer „Altpartei“.
Zuvor schon war Strache durch sonderbare Geistesblitze auffällig geworden: Er mußte zwar wissen, daß 42 Prozent der Österreicher dem Nationalsozialismus (trotz Verbotsgesetz) bei Umfragen Posi­ti­ves nachsagen. (Siehe „Der Standard“, Wien, vom 19.3.2013.)
Den­noch hielt es unser Strache für ratsam zu beteuern, daß der Nationalsozialismus die größte Ver­bre­cherideologie aller Zeiten gewesen wäre, wohl wissend, daß dessen Programm gar keine Ideo­lo­gie enthielt. Ans Maul-Halten, eine der leichteren Fingerübungen der Politik, dachte er leider nicht.
Denkt er nie. Auch die Idee zu diversen Israelfahrten entstammt dem Kleinhirn dieses Politikers, der seine Erfolge nicht der Verzweiflung der Menschen, sondern seinem eigenen Genius zuschreibt. Und dabei wäre es so einfach gewesen, die Freude an Bußgängen zu unterdrücken. Oder statt nach Yad Vashem etwa nach Santiago de Compostela zu pilgern. Oder zu den Externsteinen.
Da er aber offenbar nur seine Kanzlerschaft im Auge hat, verlor der Unbegabte jeglichen Blick für größere Zusammenhänge und für die Strahlkraft von Ehrlichkeit. Und so bat denn der Kanzklergeile um eine Audienz bei jenem verfassungsfeindlichen Bundespräsidenten van der Bellen, der ihn vor Mona­ten noch als „persona non grata“ dargestellt und als Kanzler wegen seiner Europakritik, seiner CETA-Kritik und seiner Forderung nach Volksabstimmungen für untragbar erklärt hatte.
Als scheinbar stolzer Brüssel-Kritiker mochte Strache das Büro des unerträglichen Präsidenten be­tre­ten haben.1 Aber dann verrichtete Van der Bellen ganze Arbeit. Denn als weichgespülter, prinzi­pien­loser Systemling, der mit dem Migrationspapst von der Feldpostnummer der Steinewerfer und Straßen­terroristen ein „offenes Gespräch“ geführt hatte, kam er wieder zum Vorschein.
Und was er sagte, war umwerfend und wird ihm sicher wieder eine halbe Million Wähler kosten: Er sei für eine Europaarmee unter Führung Brüssels! Und er sei für atomare Bewaffnung dieser Armee! Wa­rum? Weil man sich von Amerika emanzipieren müsse! So sagte er.2
Da war ich nun doch erleichtert, daß er, bei soviel Einfallsreichtum, die USA wenigstens nicht an­grei­fen, sondern sich nur von ihr lösen wollte. Wobei diese Lösung nach der Machtergreifung des neu­lich noch bewunderten Trump doch gar nicht mehr so opportun erscheint? Gegen wen nun, wünscht sich Strache, daß eine EU-Armee in Stellung gehe? Gegen falsche Migranten wohl nicht, denn die Idee, diese zu holen, stammt ja aus Brüssel, aus dem Nest der Kalergi-Preisträger! Gegen Ruß­land etwa? Obwohl die Mehrheit der Europäer gegen die Sanktionen sind? Und obwohl sie die An­wen­dung des Selbstbestimmungsrechtes für die Krim nicht für ein Verbrechen halten?
Ich hoffe, Straches Brüssel-Armee wird jedenfalls nicht zur Durchsetzung von CETA, Gender-Wahn, der Todesquote und der Zwangsintegration dienen. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Nach all dem Gesagten bleibt uns nur noch zu hoffen, daß diese unsere FPÖ noch rechtzeitig erlöst wer­den kann. Indem nämlich ein nüchterner Mann aus der zweiten Reihe ins erste Glied tritt und die­sen Tölpel von Strache vom Rednerpult scheucht.

 

Gerd Honsik

Anmerkungen:
1 Am 23.2.2017, https://kurier.at/politik/inland/van-der-bellen-empfing-strache-freundschaftlich/248.183.307
2 Am 26.2.2017 in einem Interview mit der Austria Presse Agentur: https://www.apa.at/News/6234684438/fpoe-chef-strache-setzt-auf-direkte-demokratie.html

 

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