Honsiks Kommentar der Woche (KW 17, 2017), Gerd Honsik an Horst Mahler

 

Gerd Honsik an Horst Mahler    

Sehr geehrter Herr Mahler!

Habe auf Youtube Ihre Abschiedsworte aus Anlaß Ihres neuerlichen Strafvollzugsbefehls gehört. Und ich war sehr empört! Sehr empört darüber, daß eine Regierung, die dem Volke vorheuchelt, auf Grund westlicher „Grundwerte“ aller Welt Asyl geben zu müssen, so schamlos ist, einen betagten ehe­maligen Rechtsanwalt und Autor wegen seiner unbotmäßigen Meinung zu insgesamt zehn Jah­ren Kerker zu verurteilen. Und ihn nun gar noch die Reststrafe von drei Jahren abzusitzen zu nö­ti­gen. Und dies trotz einer Haftunfähigkeit, die offenbar durch Mißbehandlung im Kerker entstand. Mit dem Endergebnis einer Beinamputation!

Nun höre ich gar, daß eine neuerliche Anklage gegen Sie vorbereitet wird. Und zwar wegen des Ma­nu­skriptes „Das Ende der Wanderschaft“! So als ob zehn Jahre Kerker für eine verpönte Mei­nung nicht schon genug der bestialischen Verfolgung wären.
Ei­ne solche Strafhöhe ist in Friedenszeiten weder von der stalinistischen Diktatur und schon gar nicht aus dem Dritten Reich bekannt!

Mittlerweile habe ich mir eine Kopie dieses Ihres Manuskriptes verschaffen können und bin ob die­ser neuerlichen Anklage zutiefst erschüttert: Ihre Beurteilung des Talmud und des Alten Testa­ments, wie sie bei einem jeden Christen ja nur negativ ausfallen kann, scheint mir auch auf den Er­kennt­nissen und dem Buch des israelischen Juden Prof. Israel Shahak zu fußen. („Jewish History, Je­wish Religion: The Weight of Three Thousand Years“, Pluto Press, London 1994.)
Ih­nen Antisemitismus unterstellen kann nur jemand, der das Manuskript entweder nicht gelesen oder nicht verstanden hat. Und wer Prof. Israel Shahak nicht kennt. Eine Diskriminierung von Ju­den im rassischen, also biologischen Sinn, – wie es für den Antisemitismusvorwurf des Regimes bis­her Bedingung war –, ist nicht zu finden.
Vielleicht hätte den humanistischen Strömungen innerhalb der Judenheit, wie sie weltweit in rei­chem Maße zu finden sind, breiterer Raum eingeräumt werden können, um Mißverständnissen schon im Keime vorzubeugen.

Mit Ihrem abermaligen Opfergang in den Kerker entlarven Sie das Unrechtssystem der Fremd­herr­schaft abermals bis in die Grundfesten.

Ich grüße Sie mit Bewunderung und Hochachtung

 

Gerd Honsik

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