Honsiks Kommentar der Woche (KW 19, 2017), Gelegene Entdeckung

 

Gelegene Entdeckung      

Als die Besatzungsmächte sich 1945 anschickten, durch die von langer Hand geplante Vertreibung der Vierzehn Millionen und eine gesteuerte dreijährige Hungersnot den größten Genozid der Geschichte an den Besiegten zu vollstrecken (zwölf Millionen Opfer nach US-Außenminister Cordell Hull und Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer), kam es ihnen nicht ungelegen, Monate nach Kriegsende und Wochen nach Beginn des Nürnberger Prozesses plötzlich jenen Genozid an den sechs Millionen Juden zu entdecken – von dem die Deutschen „immer schon gewußt“ haben sollen – und so rechtzeitig ihre Entdeckung in den laufenden „Kriegsverbrecherprozeß“ kooptieren zu können, um damit sowohl den Justizmord an der deutschen Reichsregierung als auch den Morgenthau-Plan am deutschen Volk insgesamt, unter Hinweis auf eine kollektive deutsche Verantwortung, zu rechtfertigen.

Gerd Honsik

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