Honsiks Kommentar der Woche (KW 23, 2017), Honsik an „Der Standard“

An die Chefredaktion „Der Standard“ / derStandard.at
Frau Dr. Alexandra Föderl-Schmid
Vordere Zollamtsstraße 13
A-1030 Wien
[email protected]

 

Honsik an „Der Standard“:

Sie sind Opfer dreister Lügen!

 

Zwei davon hätten Sie bei etwas journalistischer Sorgfalt über mich nicht verbreiten dürfen! Aber Sie gestehen wenigstens ein, daß Sie ja als Quelle das von Kommunisten gegründete und später wohl von Soros & Co. dominierte „DÖW“ (Dokumentationsarchiv des österreichi­schen Wider­stan­des) gewählt haben.

Wissen Sie denn nicht, daß diese halbstaatliche, aus Steuergeldern finanzierte Organisation seiner­zeit (siehe dazu DÖW-Jahrbuch 1991, Seiten 136 und 137) bedauerte, daß der sogenannte Morgen­thau-Plan, dessen endgültige Vollstreckung etwa 30 Millionen Opfer gefordert hätte, nicht zu Ende ge­­bracht worden ist? Sie stützen sich also auf eine Organisation, die Genozid hochjubelt! Bedenken Sie: Durch liederliche Quellenwahl kann leicht der Mythos von der „Lügenpresse“ entstehen.

  1. Die Lüge von Honsik, dem „Antisemiten“

Seit meinem 18. Lebensjahr betone ich immer wieder öffentlich, daß ich „Antisemitismus“, also die Dis­kriminierung von Juden deren Rasse wegen, ablehne. Meine Beteuerungen nützten mir aller­dings in all den Jahren wenig. Ist doch für die politische Verfolgung der Opposition in deutschen Lan­den dieses Totschlagvokabel seit 1945 ja wohl unverzichtbar.

Ihre Zeitung hätte wissen müssen, daß ich mich in den drei Sachbüchern, die ich seit 1988 ver­öf­fent­licht habe, stets gegen Antisemitismus wende.

Um durch meine Kritik

  • an der Geldpolitik der FED (Federal Reserve System), von der die Verschuldung der Welt ver­schuldet wird,
  • weiters durch meine Kritik an dem Genozid Israels an den Palästinensern und
  • durch meinen Kampf gegen die Umtriebe Simon Wiesenthals

nicht den Antisemitismus-Jägern eine Blöße zu geben, habe ich dem negativen Wirken von Juden im­mer wieder öffentlich das Wirken humanistischer Juden gegenüber zu stellen versucht.

Um nur einige von jenen zu nennen, deren Namen Sie immer wieder in meinen Schriften finden: Dr. Benedikt Kautsky, Prof. Israel Shahak, Dr. Friedrich Adler, Dr. Josef Löwenherz, J. G. Burg und Ge­rard Menuhin.

Vor allem aber den großen jüdischen Wiener Rechtsanwalt Dr. Michael Stern, der einst nicht nur die Freiheitskämpfer für Südtirol verteidigte, sondern der auch meine Verteidigung im „Wie­­ner Gedichtbandprozeß“ organisierte – einem Schauprozeß, der in den 1980er Jahren im großen Wiener Schwurgerichtssaal stattgefunden hatte.

Als Dr. Stern vor einigen Jahren starb und in den Medien nach seinem Ableben der Kollaboration mit den Nationalsozialisten bezichtigt wurde, nur weil er für den Wiener Gestapo-Chef als Ent­lastungs­zeuge aufgetreten war, habe ich diesen vielleicht bedeutendsten österreichischen Straf­ver­tei­diger posthum und öffentlich in meiner Schrift „Halt“ verteidigt. Das sollte Ihnen entgangen sein?

  1. Sie verbreiten auch die Lüge des DÖW, ich würde weiterhin den „Holocaust“ „leugnen“!

Diese Lüge kränkt mich in meiner Ehre. Habe ich doch bei meiner Beschwerde gegen die Ableh­nung meines Antrages auf bedingte Entlassung im Jahre 2011 dem Wiener Oberlandesgericht aus freien Stücken zugesagt, mich im Falle meiner Entlassung künftig jeder strafrechtlich relevanten Mei­nungsäußerung zu diesem Thema zu enthalten. Diese Zusage einzuhalten bin ich auch ent­schlos­sen und will nicht als wortbrüchig dargestellt werden.

Diese Zusage verpflichtet mich jedoch nicht, die falsche Behauptung der Existenz von Gaskammern außer­halb von Polen stillschweigend hinzunehmen.

Denn das staatliche Institut für Zeitgeschichte in Wien sagt ganz klar, daß sich derartige Tötungs­ein­richtungen ausschließlich auf polnischem Gebiet – und nur bis zur Schlacht um Stalingrad – in Be­trieb befunden haben und sodann gesprengt worden sind. (Gutachten vom 27.8.1979 von Univ.-Prof. Dr. Eri­ka Weinzierl, Vorstand des Instituts für Zeitgeschichte der Universität Wien, als ge­richt­lich beeidete Sachverständige im Verfahren 18 Vr 1323/78 für das Landesgericht Feldkirch. Siehe dazu auch die Entscheidung des Oberlandesgerichtes Wien unter Dr. Franz Cor­tella vom 23. 11.1987.)

  1. Die Nazi-Lüge

Nicht übel nehmen kann ich Ihnen freilich die über mich verbreitete „Nazi“-Lüge, bin ich doch wie­der­holt „rechtskräftig“, wenn auch unschuldig, wegen NS-Betätigung verurteilt worden.

Aber ich sage Ihnen auch hierzu:

  • Niemals wurde mir von einer Anklageschrift die Verfechtung auch nur eines einzigen der 25 Pro­grammpunkte der NSDAP vorgehalten.
  • Niemals habe ich die Symbole des Nationalsozialismus geführt, niemals habe ich mich bis­her als Nationalsozialist bekannt.
  • Ich habe stets betont, den Nationalsozialismus (dem nach einer Meinungsumfrage, ver­öf­fent­licht in „Der Standard“ im Jahre 2013 gar 42 Prozent der Österreicher Positives nach­sa­gen) nicht verherrlichen zu wollen, sondern mich damit begnügt, jene Epoche gegen eine Ver­teufelung, die zum Nachteil unseres ganzen Volkes betrieben wird, in Schutz zu nehmen.

 

Ich lade Sie ein, diese meine Stellungnahme zu veröffentlichen,
und verbleibe mit höflichen Grüßen

Gerd Honsik

 

Zu Honsiks „Kommentar der Woche“ Sektion