Honsiks Kommentar der Woche (KW 25, 2017), Burschen heraus!

 

Burschen heraus!
           

Während durch Jahrzehnte hindurch das öffentliche Bekenntnis zum deutschen Volk Fundament und verbindendes Element der FPÖ, der Freiheitlichen Partei Österreichs, war, verschwand dieser Begriff zuletzt nahezu gänzlich aus dem Wortschatz auch dieser Bewegung.
In der unmittelbaren Nachkriegszeit hatten die anderen Parteien das Volkstumsbekenntnis längst fal­len­gelassen.

Vielen erschien dieses Verhalten als zwar unmoralisch, doch politisch klug.
In unseren Tagen aber muß ein solches Verhalten als sowohl unmoralisch als auch po­litisch unklug erkannt werden:
Ab den Sechziger Jahren, so ergaben Forschungen im Auftrag der Fremdherrschaft (siehe dazu: „Rechtsextremismus in Österreich nach 1945“, herausgegeben vom DÖW, Wien 1979), ging das Be­kenntnis der Österreicher zum deutschen Volk unter dem Druck der Umerziehung, die dieses Be­kennt­nis mit dem Anschluß gleichsetzte, stark zurück und war zuletzt nicht mehr mehrheitsfähig.

Seit Jahren kam von unserer Seite der Vorschlag, das Bekenntnis zur deutschen Volks­zu­gehörigkeit im parteipolitischen Sprachgebrauch in der einzigen Form auszudrücken, die für alle Bürger gleichermaßen verständlich darlegt, daß mit diesem Begriff nicht die Bürger der Bundesrepublik Deutschland, sondern die Deutschen Österreichs gemeint sind: mit dem Begriff „Deutsch­öster­reicher“!

Die Notwendigkeit, diese ungenützte politische Waffe, die dieser Begriff darstellt, nun – wie einst Veit Stoßberg sein Büffelhorn – aus der Lade zu holen, begründen wir wie folgt:

  1. Österreich hat sich nach dem Zweiten Weltkrieg verpflichtet, – dank Karl Renner –, die Zweite Republik „im Geiste der Ersten Republik“ wieder zu begründen. Das einzig ver­bin­den­de Element der Ersten Republik war ja das Bekenntnis zum Deutschtum. Mit diesem Bekenntnis zum deutschösterreichischen Staatsvolk kann der gültige Nationsbegriff, der de jure weiterhin auf Ab­stam­mung und Muttersprache gründet, unmißverständlich unterstrichen werden. (Siehe da­zu auch die Meinung der Rechtslehre: Foregger, „Strafgesetzbuch [StGB] samt aus­gewählten Neben­gesetzen. Kurzkommentar“; Liebscher in: Foregger/Nowakowski, „Wiener Kom­men­tar zum Strafgesetzbuch“ [zu § 321]; Mayerhofer, „Das österreichische Strafrecht 1. Teil“, 5. Auflage, zu § 283 StGB.) Gleichzeitig können alle im österreichischen Parlament vertretenen Parteien, die dem Deutschtum abgeschworen haben, ja das Bekenntnis zu diesem gar zu kriminalisieren versuchen, als Republikverräter entlarvt werden.
  2. Die Verwendung des Begriffes „Deutschösterreicher“ wäre vom Wähler bereits in der Vergan­gen­heit angenommen worden, seine Verwendung in unseren Tagen im täglichen po­li­ti­schen Sprach­gebrauch aber wäre geradezu zündend und erlösend.

Die ins Land gelockten Siedler zu beschreiben, nachdem diese eingebürgert waren, mangelte es den Po­litikern an Ausdrücken nicht. Da ist in der Bundesrepublik Deutschland etwa von „Deutsch­türken“ die Rede, da spricht man von Menschen mit „afrikanischen Wurzeln“, mit diesem oder je­nem Migrationshintergrund u.s.w.
Nur zur Beschreibung des Staatsvolkes fehlten unseren Politikern, leider auch unseren Frei­heitlichen, einfach die Worte. Da stammeln sie etwa von

  • den „Menschen im Land“,
  • den „Bürgern und Bürgerinnen“,
  • den „Konsumenten und Konsumentinnen“,
  • den „Wählern und Wählerinnen“,
  • den „Verbrauchern und Verbraucherinnen“.

Den Begriff „Volk“ wagt längst kein Politiker mehr in den Mund zu nehmen, wiewohl dieser Fun­dament unserer Verfassung ist.
Hier böte sich der Begriff des „Deutschösterreichers“ wie eine Befreiung, eine Erlösung an. Endlich könnte auch das Mehrheitsvolk wieder beschrieben werden, und zwar mit einem, diesem sofort ver­ständlichen, historisch fundierten und strafrechtlich unangreifbaren Begriff.

Und dieser Begriff gibt dem namenlos gewordenen, staatstragenden Volk der Deutsch­öster­rei­cher, von dem alleine nach der Verfassung alle Macht auszugehen hat und dem alleine – gleichberechtigt nur mit den eingeborenen Minderheiten der Kroaten, Slowenen und Ungarn – das Wahlrecht zusteht, seinen Namen zurück.

 

Gerd Honsik

 

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