Honsiks Kommentar der Woche (KW 31, 2017), Wochenkommentar in einem Satz

 

Honsiks „Jedermann-Ruf“ an Van der Bellen

Sie als Staatspräsident wagten es, im Zuge der Eröffnung der Salzburger Festspiele in Ihrer Eröffnungsrede den Zuhörern Voltaire zur Illustration Ihres Weltbildes zu benennen, jenen Voltaire, der in Wahrheit – zum Unterschied von Ihnen – die Meinung des Andersdenkenden zu verteidigen bereit war, während Sie selbst jenem grünen Loch entkrochen sind, das durch Steine-Werfen und das Denunzieren und Kriminalisieren politischer Mitbewerber seit Anbeginn von sich riechen gemacht hat, und alleine die Tatsache, daß Sie – obwohl mit dem Gnadenrecht ausgestattet – tatenloser Präsident eines Regimes sind, das sich als „Demokratie“ und Zuflucht für Verfolgte ausgibt, indessen es sich einen betagten politischen Gefangenen hält, – nämlich jenen Wolfgang Fröhlich, der wegen verbotener Meinung eine 14jährige Kerkerstrafe zu vollenden im Begriffe ist –, entlarvt Sie als einen Scharlatan, und da Sie wußten, daß diese Salzburger Festspiele im Zeichen des Protestes gegen Machtmißbrauch stehen, gehörte ein besonderer Zynismus dazu, sich – wie Sie es taten – ebenda als ein Anhänger Voltaires zu präsentieren, und so rate ich Ihnen denn, diese meine Worte als einen „Jedermann-Ruf“ gegen Fremdbestimmung, Zynismus und Unmenschlichkeit zu deuten.

 

Gerd Honsik

 

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