Honsiks Kommentar der Woche (KW 33, 2017), Wochenkommentar in einem Satz

 

Warum sich in Österreich mit „Nazijagd“ keine Wahlen gewinnen lassen!

Erschreckend war seinerzeit die Umfrage vom 8.3.2013 für die Zeitung „Der Standard“, die ergab, daß es in Österreich noch (oder schon wieder?) 42 Prozent der Bevölkerung wagen, über die Zeit des Nationalsozialismus Gutes zu sagen, obwohl für solche Unbeherrschtheit, sofern öffentlich getan, vom Gesetzgeber nach dem NS-Verbotsgesetz bis zu 20 Jahre Kerker vorgesehen sind,
und es waren darüber hinaus, was rechtlich nicht ahndbar ist, gar 61 Prozent, die statt der bestehenden Ordnung den „starken Mann“ vorzogen, also offenbar den Diktator, der, ohne Parlament und Parteien zu fragen, regieren kann,
jedoch anstatt nun dieser schweigenden Mehrheit mit geistigen Mitteln zu begegnen, rufen Politiker und deren Medien dazu auf, Freunde, Arbeitskollegen und Nachbarn zu denunzieren, wobei selbst der Sohn den Vater und die Schwester den Bruder auszuspähen und ans Messer zu liefern aufgerufen bleibt,
was jedoch, wie die Geschichte lehrt, der falsche Weg (via mala) ist, und es zeigt sich, daß diese Form der „Nazijagd“ Politikern – wie etwa H. C. Strache –, die sich bei dem Halali besonders hervortun, zwar Ansehen im Ausland, doch keinen Stimmengewinn bringt, ja nach Adam Riese gar nicht bringen kann, und man muß fürchten, daß die Denunzianten für den Wind, den sie säen, am Ende einen Orkan als Ernte werden einfahren müssen.

Gerd Honsik

 

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