Honsiks Kommentar der Woche (KW 37, 2017)

Honsik zu Schnells Kandidatur gegen Straches FPÖ

 
Schnells Programm hat nichts Böses an sich. Das aber ist zu wenig. Denn es hat auch nichts Originelles.
Die einzige Möglichkeit gegen die FPÖ anzutreten wäre gewesen, sich von ihr zu unterscheiden.
Genau das aber tut der unbegabte Biedermann nicht: Vor den Augen einer Wählerschaft, die mehr und mehr nach einer Alternative sucht, hätten nur klare Worte geholfen, hätte nur das Vorzeigen von Ecken und Kanten genützt. Wie Strache will Schnell nun auch nur dann eine Volksabstimmung über den Austritt aus der EU verlangen, falls sich diese nicht (von ihm, dem Schnell?) reformieren läßt.
Indem er den 20 Prozent eisernen EU-Gegnern nicht aus der Seele sprechen will (vielleicht weil ihm 20 Prozent zu wenig sind) und indem er Strache kopiert, – der auch nur eventuell und ein wenig vielleicht austreten will –, schleift er von seinem einzigen Schwert die Schneide hinweg, um es stumpf zu machen.
Schade nur um die untadelige Spitzenkandidatin Barbara Rosenkranz, die hier unter die unbegabten Biedermänner geraten ist.
Ich hätte gerade sie zu gerne im nächsten Parlament wiedergesehen.
Wir hatten auf ein Duell gehofft, nun müssen wir uns mit einem Duett begnügen.

 

Gerd Honsik